Wettbürodichte in ärmeren Gebieten Englands nimmt immer mehr zu
Es ist nichts neues, dass Glücksspielen in Großbritannien sehr beliebt ist. Dennoch wurden in einigen Teilen Großbritanniens in letzter Zeit einige Beschwerden über die hohe Anzahl an Wettbüros laut, die sich dort offensichtlich vermehren wie Kaninchen. Zu nennen ist hier unter anderem der Londoner Borough of Southwark im Südosten der Stadt, in dem man mittlerweile bereits 77 Wettbüros zählen kann. Einer Einwohnerin zufolge würde man an mindestens acht Wettbüros vorbeigehen, wenn einen zehnminütigen Spaziergang machen würde.
Eine Bürgerinitiative forderte dort nun den Stadtrat auf, die Planungsgesetze zu ändern um dadurch die Vermehrung der Wettbüros zu stoppen. In einer Petition an den Stadtrat formulieren die Bürger des Londoner Stadtteils den Vorwurf, dass sich die Glücksspielunternehmen in London gezielt Stadtteile für ihre Wettbüro-Standorte aussuchen, in denen vor allem ärmere Bürger wohnen, weil verschiedenen Quellen zufolge in diesen Gegenden die Wahrscheinlichkeit, dass größere Teile der Bevölkerung spielen, höher ist. Nach Angaben der GRASP (Gambling Reform and Society Perception), ein Zusammenschluss von Glücksspielgegnern, ist Southwark allerdings nicht der einzige ärmere Stadtteil der Stadt den sich die Glücksspielanbieter aussuchen. Auch in den ärmeren Vierteln des Stadtteils Hackney zum Beispiel ist die Dichte der Wettbüros mit 64 verhältnismäßig hoch.
Dabei ist nicht nur die hohe Wettbürodichte ein Problem, sondern auch die Tatsache, dass es mit steigender Anzahl der Wettbüros immer unwahrscheinlicher wird, dass sich andere Geschäfte in den betroffenen Gebieten niederlassen. Diejenigen, die den Wettbüros positiv gegenüberstehen sagen allerdings, dass durch diese neue Arbeitsplätze geschaffen werden, was genau in diesen Gebieten enorm wichtig ist, da sie von steigenden Arbeitslosenzahlen bedroht sind. Allein in Southwark arbeiten etwa 300 Leute in den Wettbüros.
In der Petition, die von 1200 Bürgern unterzeichnet wurde, fordert man vom Stadtrat die Veränderung der Gesetze und zwar dahingehend, dass man den Weg dafür frei macht, dass sich Wettbüros auch in Gebieten ansiedeln können wo sich unter anderem auch Poststellen und Banken befinden und sie nicht mehr als professionelle und finanzielle Leistungen zu betiteln. Die Zukunft wird zeigen, in welche Richtung sich die Situation entwickelt.









