Niederbayer verlor wegen Glücksspielen seinen guten Ruf

Franz Xaver Gernstl ist ein bekannter Dokumentarfilmer, der vor allem durch die Reportagenreihe "Gernstl unterwegs" bekannt geworden ist. Bisher gab es im Grunde nur Positives über den Filmemacher zu berichten, doch hatte er kürzlich wegen einer seiner Filme Ärger am Hals. In einer seiner Reportagen ging es um ein Spielcasino in Tschechien. Ungünstigerweise ist in der Reportage durch Zufall ein Landwirt aus Niederbayern zu sehen, der an einem Roulettetisch im Casino sitzt. Da sein zufälliges Erscheinen in der Reportage in seiner Heimat negative Reaktionen auslöste, fordert der Biolandwirt nun von Gernstl Schmerzensgeld.

Nachdem der Landwirt in der Reportage im Hintergrund am Spieltisch zu erkennen war, während der Chef des Casinos im Vordergrund interviewt wurde, wurde ihm in seiner Heimat offenbar der Vorwurf gemacht, beim Glücksspiel sein ganzes Hab und Gut zu verzocken. Selbst aus der eigenen Familie kamen heftige Reaktionen. Seine Mutter wollte ihn zum Beispiel enterben. Dem Glücksspiel nachzugehen ist in Bayern offensichtlich etwas Verwerfliches, was erklärt, warum der Biobauer bis nach Tschechien gefahren ist, um Roulette zu spielen. Für einen Großstädter heutzutage fast unvorstellbar.

Natürlich kann der Landwirt die Geschichte deshalb nicht einfach auf sich sitzen lassen und zog vor das Münchner Landgericht. Dort verlangte er neben Schmerzensgeld auch eine Unterlassungserklärung sowie eine Gewinnabschöpfung. Geeinigt haben sich beide Parteien aber letztendlich auf einen Kompromiss. Der Filmemacher entschuldigte sich bei dem Biobauern und versicherte ihm, die entsprechende Szene für Veröffentlichungen in Zukunft herauszuschneiden. Darüber hinaus zahlt er dem Landwirt sogar freiwillig € 1500. Offensichtlich war Gernstl die ganze Sache genauso unangenehm wie dem vermeintlichen Opfer.